Dienstag, 9. Februar 2016

Dreiste Vermischung von Nachricht und Kommentar

Den Niedergang des Journalismus in Deutschland kann man an vielen Fällen zeigen. Ein Bereich, wo er deutlich wird, ist die freche Vermengung von Nachricht und Kommentar. Da wird etwa - wie gestern in der Saarbrücker Zeitung - über die Ansicht von Bürgern zum Einsatz von Waffen an der Grenze berichtet, aber nicht lediglich mit Zahlen, sondern es wird raffinierterweise das Wort "alarmierend" dazugefügt. Ist diese Zugabe einer Privatmeinung zu der eigentlichen Nachricht schon in einer deutschen Lügenpresse-Agentur erfolgt oder erst in der Saarbrücker Zeitung ? Wie wäre es, wenn man solche Wertungen unterlassen würde oder wenigstens deutlich an anderer Stelle als Privatmeinung kennzeichnen würde, wie es journalistischer Sorgfalt entspricht ? Warum bilden sich Journalisten immer wieder ein, sie seien der Vormund der Leser und müssten die Leser bevormunden ? Ob ich bestimmte Zahlen,sei es bei dieser Umfrage oder bei Wahlumfragen als "alarmierend" empfinde oder nicht, soll mir kein eingebildeter Journalist buchstäblich vorschreiben, sondern das möchte ich schon selbst entscheiden. Ich muss nicht durch Journalisten für mich denken lassen, sondern das kann ich sehr wohl selbst tun.

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